Inception
Friday, den 13. August 2010

So, nach Ewigkeiten mal wieder eine Filmkritik.
Ganz ehrlich - ich habe schon lange keinen Film mehr im Kino gesehen, der so mitreißend ist. Um nicht zuviel vorweg zu nehmen (der Film lebt auch Stück von der puzzleartigen Aufdeckung der Zusammenhänge) sei nur gesagt, dass es um Cobb (grandios: Leonardo DiCaprio), einen Einbrecherkönig in die Träume anderer Menschen, geht, der statt wie gewöhnlich Gedanken aus anderer Leute Kopf zu stehlen einen Gedanken im Kopf einer Zielperson platzieren soll - was ungleich schwieriger und wie sich herausstellt auch gefährlicher ist.
Der Film kommt dabei mit interessanten und durch die Bank weg glänzend gespielten Charakteren (z.B. der wunderbar lässige “Fälscher”, gespielt von Tom Hardy) daher, deren Funktionen nach und nach enthüllt werden. Immer mehr erfährt man auch über Cobb’s Unterbewusstsein und damit über seine Vergangenheit, über Träume allgemein und die Möglichkeiten des Einbruchs in diese.
Dabei zieht Christopher Nolan (The Dark Knight) den Zuschauer nicht nur mit vielen stimmigen Details sondern auch mit gewaltigen, perfekt inszenierten Bildern in den Bann, beispielsweise, wenn sich aufgrund äußerer Einflüsse in der Traumwelt plötzlich die physikalischen Gesetzmäßigkeiten ändern. Ganz allgemein bietet der Film immer wieder derart gewaltige und stimmige Bilder auf, dass es allein deshalb schon lohnt, ihn sich anzusehen. Nur wenige Regisseure schaffen es, die Möglichkeiten, die sich durch Traumwelten bieten, derart eindrucksvoll mit Leben und Ideen zu füllen.
Das Tempo verschärft sich dabei immer mehr und auch wenn es etwas kompliziert wird schafft es der Film meiner Meinung nach exzellent, den Zuschauer zu fordern aber nicht zu überfordern.
Hinter allem steht eine gute, sehr stimmig ausgearbeitete und durchaus dramatische Geschichte, die vielleicht nicht ganz so unvorhersehbar ist, wie sie sein sollte, dabei aber stets absolut fesselnd bleibt.
Für mich persönlich ein nahezu perfekter Film, auch wenn das Ende nicht jedem gefallen mag. So vielschichtig wie “The Matrix”, dabei allerdings ein ganzes Stück emotionaler mit teilweise regelrecht beklemmenden Szenen geht dieser Film unter die Haut.
