Lands of Theoria
Thursday, den 28. February 2008Es ist prinzipiell gar keine schlechte Idee, die Abenteuer einer Pen & Paper Rollenspielgruppe ein wenig aufzubereiten und als Hörspiel zu vertonen, schließlich enthält gutes Rollenspiel meist auch die notwendigen Zutaten guter Geschichten: vielschichtige Charaktere, ein spannender Plot, Situationskomik, Action und viel Phantasie.
In “Lands of Theoria” ist allerdings alles ein wenig verworren: Da sind zum einen der schwerst-cholerische Zwerg Balosch und die Elfin “Ich-bin-hinter-allem-was-männlich-ist-her”-Akascha, die ihre gesamte Ausrüstung an einen gutaussehenden elfischen Dieb verlieren, der Druide Jack, der mit den Traditionen seiner Zunft nicht viel anfangen kann, der kleine Gnom-Zauberer Sam, der seine Meisterin in einem Kampf gegen böse Orks verliert, und der noch kleinere und irgendwie an Abahachi aus “Der Schuh des Manitu” erinnernde Halblingsschurke Travie, der von Goblins entführt wird.
Es ist durchaus nicht so, dass man sich die 7 bisher erschienenen Episoden nicht anhören könnte - sie sind ordentlich produziert und teilweise recht lustig. Allerdings ist der Plot dermaßen zerstückelt und in verschiedene Charaktere, Orte und Gegebenheiten aufgeteilt, dass es schwer fällt, einen roten Faden zu finden. Außerdem stört, dass von den jeweils etwa 10-minütigen Episoden schon mal 3 Minuten aus “Was in der letzten Folge geschah” und Abspann bestehen.
Absolut unverzeihlich ist leider auch, dass die Macher derbst-dreist vom Meister der humoristischen Phantasy, nämlich Terry Pratchett klauen. Denn Theoria wird auch die “Scheibenwelt” genannt und ruht auf drei riesigen Nashörnern, die wiederum auf dem Rücken einer gigantischen Weltraumschnecke stehen, welche seit Jahrtausenden durchs All gleitet. Sorry, liebe “Lands of Theoria”-Autoren, aber entweder ihr macht wirkliche Fanfiction oder ihr denkt euch was Eigenes aus!
Trotz allem aber ein nettes Hörspiel für zwischendurch.